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Open Darkness - Dark Side of Open Innovation

Wissenschaftlich-technische und wirtschaftliche Problemstellung

Heutzutage sind Innovationen von entscheidender Bedeutung für Unternehmen in ihrem Wettbewerbskampf und ihren Bestrebungen, Marktanteile zu erhalten und zu erweitern (Larson, 2001). Hohe Innovationsfähigkeit gilt daher grundsätzlich als Schlüssel für den nachhaltigen Unternehmenserfolg und sicheres Wachstum, und ist gerade für den „Innovationsmotor Mittelstand“ besonders wichtig. Kleine und mittelständige Unternehmen spielen eine „entscheidende Rolle bei der Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit und der Beschäftigung“ (Verheugen, 2006). Dies gilt insbesondere für Deutschland. Als Exportland für Hochtechnologieprodukte ist Deutschland besonders daran interessiert, diesen Wettbewerbsvorteil für sich auszubauen und zu sichern. Dies erhöht wiederum den Innovationsdruck und verstärkt die Notwendigkeit einer Erhöhung der Innovationsfähigkeit.

Vor diesem Hintergrund sind Unternehmen in den Zeiten der ständig wachsenden Ausgaben für Forschung und Entwicklung und immer kürzeren Produktentwicklungsprozessen darauf angewiesen, externe Quellen einzubeziehen, um ihre Innovationsfähigkeit zu erhöhen (Gassmann/Enkel, 2004). Dieser neue Ansatz wurde von Chesborough (2003) in der Innovationsmanagementforschung und -praxis als „Open Innovation“ postuliert. Seitdem werden in der Literatur vorwiegend die Vorteile für eine Beteiligung an „Open Innovation“-Projekten diskutiert, wie Zugang zu und Nutzung einer breiteren Basis an Erfahrungen und Wissen, die Verteilung der Kosten und Risiken auf mehrere Partner oder eine Absicherung bezüglich der Wünsche der Kunden zu einem möglichst frühen Zeitpunkt. Es mangelt hierzu nicht an Fallbeispielen und Erfolgsrezepten (einen Überblick bietet z.B. Man/ Dustres, 2005). Dennoch begegnen Unternehmen in der „Open Innovation“-Praxis vielen Risiken und Herausforderungen, welche sie mit Unsicherheiten und dementsprechenden Verzicht auf weitere Beteiligung an OI-Vorhaben verbinden. Zusätzliche Prozesskomplexität, gesteigerte Anforderungen an Management, Angst vor ungewollten Wissensabfluss werden immer häufiger mit den Erwartungen der Unternehmen bei der Öffnung der eigenen Innovationsprozesse verbunden. Der Umgang mit der Ressource „Wissen“ im Unternehmen wird weiterhin erschwert wenn es sich nicht lediglich um den internen Wissensaustausch handelt, sondern dieser auch über die Unternehmensgrenzen hinaus - im Sinne von offenen Innovationsprozessen (engl.: Open Innovation) betrachtet wird.

Kleine und mittelständige Unternehmen (kurz: KMU) sind aufgrund begrenzter eigener Ressourcen zur Innovation häufig auf Kooperation mit externen Partner angewiesen, ohne zugleich in der Lage zu sein, die Risiken einer solchen Kooperation, insbesondere eines ungewollten Wissensabflusses („Dark Side of Open Innovation“) zu beherrschen. Daher sollen Methoden und Tools geschafften werden, durch deren Einsatz diese Risiken minimiert werden. Die beschriebenen Tendenzen sollen innerhalb des hier anvisierten Forschungsvorhaben erforscht werden, um Lösungen für Unternehmen zu entwickeln, die an offenen Innovationsprojekten teilnehmen oder Interesse an solchen haben. Innerhalb dieses Forschungsprojektes wird der Fokus auf deutsche KMU und deren offenen Innovationsprozesse gesetzt, wobei insbesondere die Chancen und Risiken des „Open Innovation“-Ansatzes berücksichtigt werden. Die Ergebnisse sind vor dem oben beschriebenen Hintergrund von direktem Interesse für die KMU sowie indirekt von gesamtwirtschaftlichen Interesse.


Forschungsziel 

KMU fehlt das Wissen, der umfangreiche Überblick und die Methode zur Erkennung und Abwägung der Chancen und Risiken einer Beteiligung an „Open Innovation“-Projekten. KMU begegnen im Rahmen von solchen Projekten vielen Herausforderungen. Diese zu kennen und richtig einschätzen zu können, ist von hoher Wichtigkeit für die interne Innovationskraft und direkt mit dieser verbunden. Das Fehlen einer Methode hierzu kann zweierlei negative Folgen haben: 

1) Zum einen können KMU die Risiken erkennen und Aufgrund ihrer Unsicherheit mögliche Potenziale der Beteiligung an offenen Innovationsprojekten verpassen. 

2) Zum anderen ist es möglich, dass KMU die Risiken gar nicht in Betracht ziehen und als Folge negative Erfahrungen bei der Beteiligung an solchen Projekten gewinnen. Dadurch wird ihre Bereitschaft sinken, sich in Zukunft derartig zu vernetzen. Als Folge werden sie die positiven Seiten solcher Kooperationen ebenso nicht ausnutzen können. Es ist also für KMU wichtig, die „dunklen“ Seiten von OI zu kennen und diese gegenüber des eigenen Nutzens abwägen zu können.

Vor diesem Hintergrund ist es erklärtes Ziel des Projektes, KMU künftig in die Lage zu versetzen, die Chancen und Risiken der Beteiligung an einem „Open Innovation“-Projekt konkret und bedarfsorientiert sowie generell abwägen zu können. Dies soll unter Berücksichtigung von organisationellen, rechtlichen, prozessbezogenen und Wissensmanagement-Aspekten erfolgen. Als Ergebnis steigt ihre Sicherheit im Umgang mit externen Akteuren und Ressourcen und die KMU werden dadurch fähig, positive Aspekte zu nutzen und negative zu umgehen, welches einen positiven Einfluss auf ihre Innovationsfähigkeit hat.


Zum Erreichen dieses Forschungsziels sollen folgende Forschungsfragen beantwortet werden: 

  1. Welche konkret sind die „dunklen Seiten“ offener Innovationsprozesse für KMU? 
  2. Wie muss ein Bewertungskatalog zur gleichmäßigen Erfassung, Analyse und Abwägung beider Aspekte (Chancen und Risiken) offener Innovationsprozesse gestaltet sein, um als Entscheidungshilfe für KMU zu dienen? 
  3. Welche rechtlichen, organisatorischen und WM-Maßnahmen können KMU dazu verhelfen, die Risiken zu vermeiden oder sie zu minimieren bei gleichzeitiger Berücksichtigung und Abwägung der möglichen Chancen? 
  4. Welche Anforderungen sind an ein Selbstanalysewerkzeug zu stellen, das KMU befähigt, positive und negative Aspekte zu erfassen, zu bewerten und abzuwägen? 
  5. Welche Ergebnisse sind branchenspezifisch und welche lassen sich generalisieren? 

Arbeitspakete des Forschungsvorhabens

Das hier beschriebene Forschungshaben wird innerhalb des Projektes in sieben Arbeitspakete unterteilt, diese werden je von einer oder mehreren Forschungsstellen bearbeiten. 

Das erste der sieben Arbeitspakete ist die Potenzialerfassung und die Festlegung von Bewertungskriterien. Hier werden auf Grundlage verschiedener Analysen die Potentiale und Risiken von „Open Innovation“-Vorhaben erfasst und ein Katalog zur Bewertung der organisatorischen-, rechtlichen- und prozessbezogenen Aspekte erstellt. 

Im zweiten Arbeitspaket wird der Wissensaustausch innerhalb der internen und externen Schnittstellen erfasst und die im ersten Arbeitspaket erstellten Bewertungskriterien um relevante Aspekte des Wissensmanagements ergänzt.

Nachfolgend wird im dritten Arbeitspaket der erarbeitete Bewertungskatalog im Rahmen einer Umfrage unter KMU überprüft. Die ermittelten Kriterien werden bezüglich ihrer Generalisierbarkeit überprüft.

Innerhalb des vierten Arbeitspakets erfolgt die Entwicklung einer Methode zur Analyse und Evaluation der Vor- und Nachteile einer Teilnahme an „Open Innovation“-Projekten.

Im Rahmen des Fünftes Arbeitspakets wird eine Konzeption für ein Selbstanalyse-Tool erstellt und dieses implementiert. Die erstellte Software soll den Anwender im Unternehmen durch die Schritte der Erfassung, Analyse und Bewertung ihrer „Open-Innovation“-Prozesse führen. Chancen und Risiken sollen mittels möglichen Verbesserungsmaßnahmen gezielt erhöht oder reduziert werden.

Im sechsten Arbeitspaket erfolgt der Transfer der Forschungsergebnisse, die Bereitstellung der Projektinformationen im Internet sowie die Einbindung der Projektergebnisse in der Lehre und Beratung.

Siebtes und letztes Arbeitspaket sieht die Erstellung eines Abschlussberichtes und einer Abschlusspräsentation vor. Darüber hinaus werden die Projektergebnisse insbesondere in praxisnahen Fachzeitschriften veröffentlicht. 

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